deine eigene Stimme (wieder-)finden
Meine liebe Gedankenbande,
ich glaube ihr wisst gar nicht, wie sehr es mich freut, erneut meine Gedanken mit euch zu teilen!
Passend zu dieser Thematik geht es nämlich um folgenden Glaubenssatz, der – wie ich finde – leider schon viel zu lange in unseren Köpfen rumschwirrt und uns daran hindert, unsere eigene Wahrheit nach AuĂźen zu tragen. Vielleicht kennst du diesen Gedanken:
“Ich werde dieser Person (jetzt) nicht sagen, was mich stört. Denn das würde ja bedeuten, dass ich sie kritisiere, also schweige ich lieber, um den Frieden zu wahren. Andernfalls verletze ich sie noch.”
Ich jedenfalls ertappe mich ständig in solchen Situationen. Und ich will dir heute von einem Gegenbeispiel erzählen, was diesen Gedanken in mir maximal unglaubwürdig gemacht hat.
In dem Gespräch mit einem künftigen Autor erklärte dieser mir Folgendes zu unserer Vertraulichkeitsvereinbarung:
“Ich habe etwas Probleme mit eurer Vereinbarung. Ich habe so etwas noch nie gelesen. Ich interpretiere, dass ihr diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habt. Inhaltlich hätte ich nichts einzuwenden, aber der Vertrag wirkt für mich wie die Kanone, die die Vögel abschrecken will. Vielleicht sagt ihr mir noch eure Motivation dazu.”
Und ich bin so dankbar darĂĽber, dass er offen und ehrlich genug war, mir seinen Eindruck mitzuteilen. Denn ich war mir dessen nicht bewusst, und dank ihm, weiĂź ich jetzt, dass ich die Vereinbarung in eine weniger strenge Sprache verwandeln darf – um eben genau diesen GefĂĽhlsauslöser zukĂĽnftig zu vermeiden.
Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass “ich” oder wir als Verlag ein Gefühl in ihm auslösen, was wir überhaupt nicht auslösen wollen. Ist das nicht schön?
