deine eigene Stimme (wieder-)finden

Meine liebe Gedankenbande,

ich glaube ihr wisst gar nicht, wie sehr es mich freut, erneut meine Gedanken mit euch zu teilen!

Passend zu dieser Thematik geht es nämlich um folgenden Glaubenssatz, der – wie ich finde – leider schon viel zu lange in unseren Köpfen rumschwirrt und uns daran hindert, unsere eigene Wahrheit nach AuĂźen zu tragen. Vielleicht kennst du diesen Gedanken:

“Ich werde dieser Person (jetzt) nicht sagen, was mich stört. Denn das würde ja bedeuten, dass ich sie kritisiere, also schweige ich lieber, um den Frieden zu wahren. Andernfalls verletze ich sie noch.”

Ich jedenfalls ertappe mich ständig in solchen Situationen. Und ich will dir heute von einem Gegenbeispiel erzählen, was diesen Gedanken in mir maximal unglaubwürdig gemacht hat.

In dem Gespräch mit einem künftigen Autor erklärte dieser mir Folgendes zu unserer Vertraulichkeitsvereinbarung:

“Ich habe etwas Probleme mit eurer Vereinbarung. Ich habe so etwas noch nie gelesen. Ich interpretiere, dass ihr diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habt. Inhaltlich hätte ich nichts einzuwenden, aber der Vertrag wirkt für mich wie die Kanone, die die Vögel abschrecken will. Vielleicht sagt ihr mir noch eure Motivation dazu.”

Und ich bin so dankbar darĂĽber, dass er offen und ehrlich genug war, mir seinen Eindruck mitzuteilen. Denn ich war mir dessen nicht bewusst, und dank ihm, weiĂź ich jetzt, dass ich die Vereinbarung in eine weniger strenge Sprache verwandeln darf – um eben genau diesen GefĂĽhlsauslöser zukĂĽnftig zu vermeiden.

Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass “ich” oder wir als Verlag ein Gefühl in ihm auslösen, was wir überhaupt nicht auslösen wollen. Ist das nicht schön?

wieso erzähle ich das?

Naja, weil mir wichtig ist klarzumachen, dass wir uns solche Wachstumsmöglichkeiten im Alltag und vor allem in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen oft verwehren, weil wir

1. oft nicht offen sind fĂĽr Feedback und es vielmehr als Angriff aufnehmen, und

2. uns nicht trauen, anderen ohne Erwartung (!) unsere Einschätzung mitzugeben und stattdessen verlangen, dass sie es direkt umsetzen

Ich bin davon ĂĽberzeugt, dass wir hier gesellschaftlich einen riesen Denkfehler programmiert haben. Und zwar der, dass wir ganz tief in uns drin glauben, uns die Meinungen/Ansichten anderer zu eigen machen zu mĂĽssen.

Und das sitzt so tief, dass wir uns bspw. in Diskussionen entweder gar nicht trauen, unsere Meinung zu äußern oder aber anderen aufzwingen wollen.

Oder aber wir grĂĽbeln 24/7 ĂĽber die Meinung eines Mitmenschen ĂĽber uns bzw. reden uns ein, es sei uns scheiĂź egal.

Und der Klassiker eben: wir zwingen anderen Verbesserungsvorschläge auf vs. schlagen sie erst gar nicht vor.

Der Kern ist bei allen derselbe: wir haben uns abhängig gemacht von den Meinungen anderer.

Meinungen sind wichtig! Und absolut entscheidend für die Weiterentwicklung von Menschen. Was bislang nicht gut lief, ist allein der Umgang mit ihnen. Und das Bewusstmachen, dass jeder seine Meinung äußern darf, ich sie aber nicht annehmen muss. Jedem von uns steht es frei, was wir mit dieser Meinung machen.

Und wenn wir das trainieren, und uns so umprogrammieren, dass wir das Feedback unserer Mitmenschen als freie und selbstbestimmte (!) Wachstumsmöglichkeit sehen – werden auch endlich mehr Menschen miteinander diskutieren und konstruktive Gespräche fĂĽhren können.

Und um das zu erreichen, dĂĽrfen wir uns alle liebevoll daran erinnern, in unseren Einstellungen, Werten und Meinungen standhafter und selbstsicherer zu werden.

Reflektionsfragen

 

 

  • Wann habe ich mich zuletzt nicht getraut, etwas anzusprechen? Und warum?

  • Welche BefĂĽrchtung steckt fĂĽr mich persönlich hinter Kritik? Angst vor Ablehnung? Harmonieverlust? SchuldgefĂĽhle?

  • In welcher Situation war ich dankbar fĂĽr ehrliches Feedback? Was hat es mir ermöglicht?

ĂĽbungen

 

  • Der eine Satz-Mut đź’™
    Wähle eine Kleinigkeit, die dich schon länger stört (bspw. beruflich, Familie, Freundschaft) und formuliere daraus einen Satz, der rein beschreibend ist – also ohne Vorwurf und ohne Bewertung:
    “Mir ist aufgefallen, dass… und ich wollte kurz teilen, was das in mir auslöst.”
    Sprich diesen Satz einmal bewusst in einer echten Situation aus. Das kann auch per Nachricht passieren. Die Form ist egal. Wichtig ist nur der Mutmoment.

  • Ein Brief an „die Meinung eines anderen“ đź’™
    Schreibe einen Mini-Brief an eine Meinung, die dich zuletzt verunsichert hat und sag ihr, was sie bei dir ausgelöst hat. Sag ihr auch, was du für dich behältst und was du zurückgibst, weil es nicht dir gehört.

  • Stärkung deiner eigenen Authentizität đź’™
    Formuliere deine Antwort in drei Sätzen auf folgende Fragen:

    1. Wie möchte ich Feedback ab jetzt wahrnehmen?
    2. Wie möchte ich Feedback geben?
    3. Welche innere Haltung will ich mir angewöhnen (bspw. Mut vor Harmonie, Ehrlichkeit vor Bequemlichkeit…)?

     

Ich wĂĽnsche dir von Herzen einen liebevollen Kontakt mit deiner Innenwelt und dass du von nun an, immer ein StĂĽckchen mehr, zu deiner eigenen Wahrheit und vor allem zu deiner Stimme findest.

Sie ist wichtig und wird dringend gebraucht. đź’™

Ich drĂĽck dich von Herzen und schicke dir warme GrĂĽĂźe,

deine Stami vom Gedankenkunst Verlag

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